Entscheidet ein Kamera-Handy über die Zukunft Iraks? – Saddam verhalf es noch im Tod zum Sieg
Tuesday, 02.January 2007 um 20:53 Uhr | Allgemein
Nur drei Worte und ein Kamera-Handy haben ausgereicht, jede Hoffnung auf eine Konsolidierung der Situation Iraks, geschweige denn einer Versöhnung der bereits zerstrittenen Volksgruppen zunichte zu machen, schreibt Richard Engel im NBC-Blog. Der Ausruf “Muqtada, Muqtada, Muqtada!” eines bei der Hinrichtung Saddam Husseins Anwesenden, durch ein laufendes Kamera-Handy dokumentiert und im Internet veröffentlicht, zerstöre nicht nur die Glaubwürdigkeit der aktuellen irakischen Regierung um Nuri al-Maliki, sondern verhelfe Saddam Hussein noch im Tod zum ultimativen Triumph, Märtyrertum, zum Sieg über die noch schwache irakische Demokratie und die USA.
Das Volk sieht sich in seinem Eindruck bestätigt, dass nur alte Rechnungen beglichen werden, anstatt der Gerechtigkeit zum Sieg zu verhelfen: Nouri al-Maliki sei nur dank der Mehdi-Armeen Moqtada al-Sadrs noch an der Macht. al-Sadrs Vater und Onkel wurden seiner Zeit von Saddam Hussein hingerichtet, al-Maliki ist Mitglied der von dem Onkel gegründeten Dawa-Partei.
Und während Saddam Hussein bei seiner Exekution Würde und Tapferkeit zu bewahren schien, machte der, die Todesstrafe vollstreckende Staat, durch die brüllenden Wächter eher den Eindruck eines Lynchmobs.



