G8-Protestler: Gegen Globalisierung demonstrieren, dann zu McDonald´s marschieren
Monday, 04.June 2007 um 01:13 Uhr | Deutschland, Kopfschüttelnd, Politik, Vermischtes
Rostock, Anti-G8-Demonstration – Sie tragen hehre Ideale von einer Welt vor sich her, in der der Kapitalismus weder Umwelt noch Entwicklungsländer unterjocht und Globalisierung kein Synonym für die Ungerechtigkeit zwischen Reich und Arm ist. Doch der Idealismus der G8-Gegner reicht nur bis zum nächsten Fast-Food-Tresen. Denn Demonstrieren macht hungrig und der eigene Magen ist einem dann doch näher als die Verdauungsorgane afrikanischer Kinder.
Die Rostocker Filialen der globalen Systemgastronomie-Konzerne McDonald´s, Burger King und Pizza Hut machten in den letzten Tagen erheblichen Umsatz mit der Fütterung der Raubtiere Linksaktivisten. Schnell vergessen diese jeden Anti-Kapitalismus und erfreuen sich am global-erhältlichen BigMäc – in schmatzender Eintracht mit einigen Polizisten und ohne dass es in den Schlangen vor den Geschäften zu großen Auseinandersetzungen gekommen wäre: Hunger eint! Nur das es diesmal der eigene ist macht wohl den Unterschied. Das sich gerade Hamburger-Bräter wie McDonald’s den Vorwürfen der Globalisierungsgegner ausgesetzt sehen, weil sie angeblich umweltschädlicher industrieller Fleischproduktion Vorschub leisten, ihre Wirtschaftsmacht mißbrauchen und die lokalen Ernährungstraditionen der Welt bedrohen, wird kurzzeitig ausgeblendet – man will offenbar ein guter Gast sein. Auch auf die Gefahr hin, verlogen zu wirken – aber Hunger und Durst treibens rein. Da ist man dann plötzlich auch ganz unvoreingenommen, wenn der Demonstrationszug an der Tankstelle eines französischen Öl-Multis vorbeiführt. Wird er in Schutt und Asche gelegt??? Neeeiiiiinnn…. denn dort gibts ja Bier!!! [SpiegelOnline]
Die Masse der Protestierenden hat gar keine Agenda, die meisten haben nichtmal eine rudimentäre Ahnung. Dieses Privileg können nur diejenigen für sich in Anspruch nehmen, die den Protest provozieren, organisieren und eskalieren. Der Rest folgt ihnen in krudem Halbwissen und dem Motiv, es den Mächtigen mal richtig zu zeigen. Hier kann der Protest-Amateur mal die Sau rauslassen. Gegen das Establishment. Zu Hause werden dem Umfeld dann die Bruchstücke der Ideologie präsentiert, die man auf jeder Veranstaltung zwischen Friedensgesängen und Tränengas noch hat aufschnappen können. Die Blinden bringen so anderen Blinden das Sehen bei. Verinnerlicht haben es die wenigsten, die meisten merken nicht einmal mehr, wie abstrus sich die zusammengeschusterten Rechtfertigungsmuster und ewig tumben Vorhaltungen gegen angebliche Eskalation duch die Polizei für den gesunden Menschenverstand anhören.
Und so wirken die Protestler wie manche der Knalltüten beim DSDS-Casting: Voll von sich und der Sache überzeugt, aber nicht in der Lage nur einen Ton richtig zu treffen – und dann überrascht sein, wenn ihnen die Jury(Polizei) eins überbrät.




04.June 2007 um 18:34 Uhr
Ist aber auch schwer, zu widerstehen, wenn alle anderen Imbissbuden und Dönerstände aus Angst zugesperrt haben.
04.June 2007 um 20:33 Uhr
Achso, schädigt die unter normalen Umständen mitgebrachte Tupperware von Mama etwa auch die lokale somalische Wirtschaft? Wie das in der Globalisierung alles zusammenhängt….