Atomraketen in Kaliningrad: Inszeniert Russland neue Kuba-Krise mitten in Europa?
Wednesday, 04.July 2007 um 19:09 Uhr | Europa, Krisenherde, Politik, USA
Der Streit um das US-Raketenschildprojekt brodelt auch nach dem Putin-Besuch auf der Datscha des Bush-Clans in Kennebunkport weiter: Pünktlich zum US-Unabhängigkeitstag verschärfen Aussagen des stellvertretenden russischen Premierministers Ivanov die zuletzt wieder leicht aufgelockerte Atmosphäre. Er drohte damit indirekt eine Stationierung von Atomwaffen in der russischen Exklave Oblast Kaliningrad, und damit quasi mitten in der Europäischen Union und innerhalb des NATO-Gebiets an. Seit dem zweiten Weltkrieg gehört das zwischen den EU-Mitgliedsstaaten Polen und Litauen liegende Gebiet um das frühere Königsberg zum sowjetischen bzw. russischen Staatsgebiet.
“Wenn unsere Angebote akzeptiert werden, wird Russland es nicht als notwendig in Erwägung ziehen, neue Raketen-Einheiten im Europäischen Teil des Landes – inklusive Kaliningrad – zu stationieren um der Gefahr zu begegnen.”
Russland habe eine “asymetrische und effektive Antwort auf das US-Projekt für Raketen-Abfangsysteme in Polen und Radarstationen in Tschechien” gefunden, wird Ivanov zitiert. [Breitbart]
Der neue Schachzug, Kaliningrad als Stationierungsort ins Spiel zu bringen, erinnert doch stark an die Situation, die zur Kuba-Krise führte. Die Parallelen in der strategischen (Insel)-Lage sind offensichtlich. Die Exklave ist bereits wesentlicher Standort für russische Flotte und Landstreitkräfte.


