Mister Wong hat sein Gesicht verloren – politisch korrekt natürlich
Monday, 30.July 2007 um 12:08 Uhr | Allgemein, Blogosphäre, Deutschland, HighTech, Internet, Kopfschüttelnd, Medien, USA, Vermischtes
Ich gebe ja nicht so viel auf diesen Social-Bookmarking-Kram, aber natürlich kenne ich Mister Wong genauso, wie mir del.icio.us ein Begriff ist. Nun aber hat der Herr Wong sein Gesicht verloren – und zwar in mehrerer Hinsicht:
Die Macher nahmen die drollige Karikatur des deutschen Social-Bookmarker-Papstes mit asiatischem Migrationshintergrund nun von ihrer Seite, nachdem ein Blog von Amerikanern asiatischer Abstammung empört die Rassismus-Flagge hisste. Nun also hatte Mr.Wong auch sprichwörtlich “sein Gesicht verloren”, wie es in Filmen immer so schön heisst, wenn stereotype chinesische Mafia-Gangster der Triaden einen auf “Der Pate” machen. Ups, das war jetzt sicher genauso politisch unkorrekt, wie das Mr.Wong-Gesicht. Unsensibles Stück Blogger, der ich bin.
Diese Web 2.schießmichtot-Affäre zeigt mal wieder, dass Political Correctness ein garstig Ding ist. Ob es nun tatsächlich so schlimm ist, kapitalistischem Bookmarking-KommunismusSozialismus ein asiatisches Gesicht zu geben, muss jeder selbst beurteilen. Ob die Wong-Karikatur sublim auf das Anbeten Maos hindeutet, wissen nur die Gründer. Vielleicht fanden sie das Gesicht auch ganz einfach nur nett, sympathisch, freundlich und aussagekräftig für eine Community, die vom Zusammenwirken ihrer User lebt. Schließlich ist das Image des Asiaten in Deutschland zumeist durch die außerordentliche Freundlichkeit und Gastfreundschaft ihrer Gastronomen und die hohe Kompetenz ihrer hier arbeitenden Wissenschaftler bestimmt. Ist das politisch unkorrekt?
In eiligem Gehorsam opferte das Unternehmen seinen “Brand” auf dem Altar der Political Correctness. War eigentlich schon einmal je ein Widerstand gegen den Morgenstern der globalen Kommunikationsgesellschaft erfolgreich?
[via turi2]


