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Die “Affäre Blogscout” – Gedanken aus dem ungescouteten Longtail der deutschen Blogosphäre

Die egomanische Hatz auf Visits zur referentiellen Selbstbefriedigung treibt Blogger nur zu leicht in die Arme von blogchart-enden Linklistern mit Statistik- oder Ranking-Charakter. Derartige Dienste für sogenannte “Schwanzvergleiche” (Wo bleibt eigentlich der emanzipatorische Aufschrei der bloggenden Damenwelt???) bedienen die archaischen Konkurrenz-Instinkte, die sich bisher eher im Automobilbereich austoben ließen.

Noch kein Jahr im Blog-Business habe ich die Instinkte natürlich auch. Allerdings salbe ich mein Ego durch ein popeliges, wahrscheinlich recht ungenaues Besucherstatistik-Skript allein für mich selbst, ohne das ich mich an anderen Blogs messen lassen muss. Allerdings habe ich in den Phasen, wo die Besucherzahlen doch mal etwas absackten, schwer mit mir kämpfen müssen, mich nicht auch bei Blogscout anzumelden, in der Hoffnung, dass ein paar Besucher mehr abfallen würden. Das ist nun nicht mehr möglich, denn mit Blogscout stellt eine zentrale Rating-Institution den Betrieb ein, weil Betreiber Olbertz am eigenen Anspruch scheiterte, den Longtail angemessen abzubilden. Schade insofern, als es für mich eine schöne Gelegenheit bot, ab und an durch einen begrenzten Teil der Blogosphäre jenseits der deutschen A-Blogebrity, zu stöbern.

Die kollektive Betroffenheit des großen zumeist bloggescouteten Teils der deutschen Blogosphäre hat dieselbe in den letzten Stunden förmlich geflutet – zum staunenden Unverständnis dieses Bloggers, dem Social Bookmarking, Social Networking, SEO-ing und andere Segnungen des Web 2.0 im höchsten Maße suspekt sind. Und so sitze ich hier und beobachte, wie Statistik-Kunden und “Ranking-Sklaven” – teilweise noch ganz beeindruckt von der aufkommenden Panik vor der drohenden ungescouteten Blog-Bedeutungslosigkeit – bloggerisch die klassischen Phasen tiefster Trauer durchleben: Das Nichtwahrhabenwollen ist wohl größtenteils durch und der erste Zorn macht sich breit (Stoibär Gallien Blogwerk Dreibein). Auch die Verhandlungs-Phase (Könnte nicht irgendein anderer die Sache weiterführen?) ist bei einigen Fortgeschrittenen schon zu beobachten, während einige Ungerührte das Unvermeidliche schnell akzeptierten.

Was mich dieser ganze Rummel wieder mal lehrt ist, die exklusive Zahl meiner regelmäßigen und unregelmäßigen Leser zu schätzen, die sich immer wieder und trotz diverser Unzulänglichkeiten über welche verschlungenen Pfade auch immer in das suchmaschinengelistete, aber unge-chartete, unge-rankte Hier durchschlagen.

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Verfasser: BreakingNews
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2 Responses to “ Die “Affäre Blogscout” – Gedanken aus dem ungescouteten Longtail der deutschen Blogosphäre ”

  1. # 1 StoiBär Says:

    Mehr Visits durch Blogscout, war wohl von kaum jemanden das Ziel. Wäre mir auch schleierhaft warum. Wenn ich mir die Referer ansehe, kamen da vielleicht 10-20 Besucher pro Monat. Und die Scouts habe ich eigentlich nie beachtet. Das Geniale war die einfache Statistik, die man ausserhalb seines eigenen Servers laufen lassen kann.

    Jetzt wird Rivva als Ersatz gehandelt. Ich hab mir Seite angeschaut, finde aber, das die nicht ansatzweise das bietet, was Blogscout hatte. Überhaupt ist mir der Sinn von Rivva bisher noch nicht recht klar geworden.

  2. # 2 BreakingNews Says:

    Deshalb habe ich ja zwischen Statistik-Kunden und “Ranking-Sklaven” schon unterschieden. Klar ist es für die Statistiker blöd, so von hier auf jetzt vor die Tür gesetzt zu werden. Aber ist ja nicht so, dass es keine (auch kostenlose) Webstats-Tools gäbe. Allerdings sind die meisten dann halt nicht blogspezifisch.

    Das Du die Visits (So auf dem Sprung in die erste Blog-Liga ;-) Oder doch schon drin???) nicht brauchst, ist ja in Ordnung.
    Aber aus Sicht so manchen Longtailers wären 10-20 Besucher gerade in der Anfangsphase vielleicht relativ viel, erst recht, wenn nur aus einem Bruchteil davon Stammzuschauer werden (Qualität des Contents natürlich immer vorausgesetzt!).
    Vielleicht habe ich es auch falsch ausgedrückt. Es sind nicht so sehr die Besucherzahlen. Vor allem sind das dann zum größten Teil selber Blogger! Die sind nicht die besseren Konsumenten, aber verbreitungsstrategisch doch was anderes, als wenn sich ein Publikum zu einem Großteil aus nur lesenden Google-Nutzern und Foren-Usern erschließt. Das mag nicht sonderlich effektiv sein, aber es ist ein Anfang, wenn man den Blog-Erfolg nur anhand der Visit-Statistik festmachen will.

    Rivva, Social Bookmarking etc.pp…. mir ist das alles sowieso zu hoch zu hoch *g*

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