Feuer-Notstand in Kalifornien: Arnie-Land ist abgebrannt
Tuesday, 23.October 2007 um 23:48 Uhr | Breaking News, Hollywood, Krisenherde, Politik, Polizeimeldungen, USA, Unglücke/Unfälle
Seit Tagen brennen die Wälder auf den Hügeln Kaliforniens, angefacht durch die berüchtigten Santa Ana Winde, die teilweise in Sturmstärke die Berge überwinden. Doch anders als die üblichen Flächenbrände, die die kalifornische Steppe immer wieder heimsuchen, haben sich diesmal die rund 17 Brandherde zu Feuerstürmen desaströsen Ausmasses entwickelt, die bereits mindestens 1500 Quadratkilometer Fläche (mehr als die Fläche New York Citys) verbrannt haben – darunter auch bewohntes Gebiet (Übersicht der LA Times via Google Maps). Es scheint als wolle sich die Naturgewalt ihr durch die Zivilisation abgerungenes Territorium wieder zurückholen. Ihre Rauchschwaden verdunkelten zeitweilig sogar die Sonne.
Die betroffenen Gebiete spannen sich vom Norden Los Angeles mit dem Promi-Ghetto Malibu bis hinunter an die mexikanische Grenze, wo fast der gesamte Bereich um San Diego von den Flammen bedroht ist. Allein in den Counties um die südkalifornische Metropole sind knapp eine Million Menschen von angeordneten Evakuierungen betroffen – Tendenz steigend, weil noch immer kaum ein Feuer unter Kontrolle gebracht werden konnte, von Massen-Flucht ist die Rede. Als Katastrophen-Attribute werden inszwischen sogar Vergleiche zu den “Katrina”-Evakuierungen in New Orleans angestellt.
Südkalifornien ist weitestgehend verbrannter Toast
Die Situation im Süden Kaliforniens (Übersicht durch KPBS-Radio via Google Maps) wird von offizieller Seite nicht beschönigt. Die Lage sei aussichtslos und werde sich nicht ändern, bis die Feuer die Region San Diegos überrollt haben und am Ozean zum Stillstand kommen oder der Wind sich dreht. Das bestätigen auch Augenzeugen, die erklären, weite Teilen seien bereits “verbrannter Toast”. Camp Pendleton, eine der größten Militärkomplexe vor Ort, ist inzwischen ebenfalls von Feuern auf dem Gelände bedroht.
Die Auffanglager für die Evakuierten platzen währenddessen aus allen Nähten. Neben Schulen, und anderen öffentlichen Gebäuden wurden Kasernen der US Navy zugunsten der Feuer-Flüchtlinge geräumt, selbst das Qualcomm-Stadium, Heimat des NFL-Vereins San Diego Chargers ist inzwischen zur Notunterkunft für 10.000 Menschen geworden.
Monster-Feuerwalze droht sich im Norden LAs zu bilden
Im Norden Los Angeles drohen die Santa Ana Winde unterdessen drei Waldbrände zu einer Monster-Feuerwalze zu vereinigen, die rund 60.000 Häuser bedrohen. Die örtlichen Feuerwehren zweifeln, ob sie genug Ressourcen zur Bekämpfung der Brände zur Verfügung haben.
US-Präsident Bush wird am Donnerstag erwartet
Nachdem Gouvernator Arnold Schwarzenegger die Katastrophenregion täglich bereist, wird US-Präsident Bush am Donnerstag zu einer präsidialen Info-Tour erwartet. Aus dem Zögern im Fall “Katrinas” gelernt, hatte er bereits heute den Notstand für das Gebiet ausgerufen und Bundeshilfen zugesichert.



26.October 2007 um 10:13 Uhr
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