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Verstrahlt US-Uranmunition Teile Iraks? – Was ich an Verschwörungstheorien hasse…

Anstatt den Irak gleich punktuell mit Atomsprengköpfen zu beschiessen, beschloss die US-Regierung in der bislang letzten, aber noch immer anhaltenden Episode im Krieg “gegen den Terror” und gegen die islamistischen “insurgents” einen eher konventionellen Kampf mit Luftschlägen und Bodentruppen zu führen, der noch immer ungemein verlustreich, wie wenig erfolgsversprechend ist. Doch wie “konventionell” ist dieser Kampf angesichts der Nutzung von abgereicherter Uran-Munition (DU-Munition = Depleted Uranium Ammunition) wirklich noch? Längst hat die Waffentechnik den ursprünglich mit Explosivstoffen bestückten Projektilen zur Erhöhung der Durschschlagskraft radioaktive Stoffe wie das abgereicherte Uran hinzugefügt, dessen hohe Dichte und die leichte Entzündbarkeit seiner Partikel die Zerstörungs- wie Explosivkraft der einfachen Geschosse enorm steigert. Die Folgen der Nutzung dieser Munition für Mensch und Umwelt gilt in Teilen wissenschaftlich wie politisch als höchst umstritten.

Fraglich ist daher, wie Berichte bewertet werden müssen, nach denen Experten des irakischen Umweltministeriums im Irak angeblich mindestens “18 Herde mit starker radioaktiver Strahlung” identifiziert haben wollen, die mutmaßlich im Zusammenhang mit dem Beschuß durch die US-Streitkräfte im Jahre 2003 stehen und die irakische Regierung dazu zwinge, betroffene Bevölkerungsteile aus den Gebieten umzusiedeln. [RIA NOVOSTI]

Für US-kritische Irakkriegsgegner steht die Schlußfolgerung im wahrsten Sinne des Wortes “bomben”-fest: Die USA führen bereits einen “heimlichen Atomkrieg” mit eigenen schmutzigen Bomben gegen den Irak. Die Berichte würden dies endgültig belegen und stellen einen

“zynischen Kontrast zu der Behauptung [Bushs und westlicher Regierungchefs] dar, „Terroristen“ planten Anschläge mit „schmutzigen Atombomben”.” [Politblog.net]

Nun sind die meisten von uns keine Nuklearwissenschaftler, und können die dargelegten Informationen selbst nicht verifizieren. Allerdings hat mich die angebliche “starke Strahlung” von irakischen Gebieten schon stutzig gemacht, nachdem ich auf den Seiten des Fachbereichs für Physikalische Umweltanalytik der Universität Oldenburg zum Thema gelesen habe, dass die vorwiegende Alpha-Strahlung von abgereichertem Uran nur eine geringe Reichweite habe und die externe Strahlenbelastung (Wenn ein Mensch sich in der Nähe eines radioaktiven Stoffes aufhält und die radioaktive Strahlung von außen auf ihn einwirkt) daher gegenüber der schwerer wiegenden internen Strahlungsbelastung von eingeatmeten oder sonstwie körperlich aufgenommenen Stoffen unbedeutend sei.

Was ist nun also richtig? Ist die angeblich starke Strahlung tatsächlich auf DU-Munition zurückzuführen? Oder auf ein irakisches Atomprogramm? Wurde vielleicht nicht nur mit abgereichertem Uran bombardiert? Oder ist die starke Strahlung im Irak gar eine Lüge? Und schwupps sind wir wieder da: Willkommen im Reich der Verschwörungstheorien! Wie ich das hasse… Wieder einmal stehe ich vor der Michael-Moore-Problematik: Zugeballert mit möglichen Fakten, ohne Chance, dass selbst halbwegs prüfen zu können. Stattdessen erhalte ich eine, durchaus logisch erscheinende, mit skandalöser Konsequenz bestückte Schlußfolgerung vorgekaut, deren Glaubwürdigkeit ich ebensowenig überprüfen kann. Auch wenn diese Schlußfolgerung zu Teilen oder in Gänze wahr ist: Am Ende läuft es dann auf ein “I want to believe – oder auch nicht” hinaus - letztlich also auf eine gewisse Art von Fundamentalismus.

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Verfasser: BreakingNews
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