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“Kiel211″: 1.Prozesstag um Mord an Studentin endet nach Anklageverlesung

Der Prozessauftakt im Fall der mutmaßlich durch ihren eigenen Bruder ermordeten Studentin Viktoria W. endete am Dienstagvormittag bereits nach der Anklageverlesung und nahm dabei fast weniger Zeit in Anspruch, als der Einlass der Zuschauer und Pressevertreter, die den Schwurgerichtssaal nur durch eine Sicherheitsschleuse betreten durften.

NewsHQ presents Der Staatsanwalt wirft dem bei der Tat 19 Jahre alten Heranwachsenden vor, seine schlafende und damit arg-wie wehrlose Schwester in der Nacht zum 21. Januar 2006 mit einem metallischen Gegenstand erschlagen zu haben, nachdem er sich mit einem versteckten Zweitschlüssel Zutritt zu ihrer Wohnung in Kiel-Dietrichsdorf verschafft hatte. Mit mindestens 11 Schlägen gegen Kopf und Hals soll er dabei Schädelverletzungen, Trümmerbrüche des Kiefers, einen Bruch des Kehlkopfes und den Abriss der Luftröhre verursacht haben, die noch am Tatort zum Tod der jungen Frau führten. Laut Staatsanwaltschaft habe der junge Mann den Entschluss zur Tat nach seinem letzten Zusammentreffen mit seinem Vater und seinem späteren Opfer Ende 2005 gefasst und die Tatausführung auch entsprechend vorbereitet, indem er sich u.a. mit Schutzbekleidung ausstattete, die er vor der Tat anzog.

Der Angeklagte machte keine Angaben zur Sache und ließ über seinen Anwalt erklären, dass er nicht der Täter sei. Nahezu zwei Meter groß, schlacksig und in Anzug und Krawatte, machte er einen eher jungenhaften Eindruck.

Der Prozess wird am kommenden Dienstag mit den Zeugenvernehmungen der ersten Polizisten am Tatort fortgesetzt.

Video: RTL Regional

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Verfasser: BreakingNews
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2 Responses to “ “Kiel211″: 1.Prozesstag um Mord an Studentin endet nach Anklageverlesung ”

  1. # 1 Hotte Says:

    Das klingt nach einem aufwendigen Verfahren. Wo liegt denn nun eigentlich das Tatmotiv; Geld oder familiärer Druck? Wurde dazu noch nichts ausgeführt?
    Die Vorbereitung mit der Maske und dem Einmaloverall deuten auf so viel Antrieb, dass, wenn gar nichts anderes mehr hilft, der Einstieg in die vorübergehende Unzurechnungsfähigkeit oder zumindest eingeschränkte Schuldfähigkeit gegeben wäre. Das rein finanzielle Motiv reicht dafür nicht aus.
    Und wenn der Prozess wirklich medienwirksam inszeniert wird, reichen auch die 18 Verhandlungstage nicht. Dafür werden die Anwälte schon sorgen.
    Bin gespannt auf den nächsten Bericht.

  2. # 2 BreakingNews Says:

    Zum Motiv, wie zu den näheren Indizien hat der Staatsanwalt noch gar nichts gesagt. Gehört nach der StPO tatsächlich auch nicht zwangsläufig in den zu verlesenen Anklagesatz. Woran die StA insbesondere das Motiv festmachen wil, muss sich im Laufe der Beweisaufnahme zeigen. Da sind die bisherigen Informationen wohl nur spekulativ. Der Verteidiger hat andernorts erklärt, die Ermittlungsakten würden zahlreiche Widersprüche und reine Hypothesen beinhalten.

    Die Ermittler wollen einen ziemlich dezidierten Tatplan aufgedeckt haben, der bis hin zum mutmaßlichen Spurenverwischen reichen soll: Laut SHZ soll der Bankkaufmann am Tag nach der Tat nicht bei der Arbeit gewesen sein, aber angeblich einen gefälschten EDV-Ausdruck vorgelegt haben, der das Gegenteil beweise…

    Von medienwirksamer Inszenierung kann bisher aber auch keine Rede sein. Das die Medien verstärkt Interesse zeigen, ist noch im normalen Rahmen denke ich. Das Landgericht hat wohl noch mit einer größeren Resonanz gerechnet und bei den organisatorischen Maßnahmen zugunsten der Presse etwas übertrieben: Eine ganze Hälfte des Zuschauerraums war zunächst und unnötigerweise für die Presse reserviert worden; die durch die Justizwachtmeisterei strikt beaufsichtigte “Rassentrennung” zwischen Medien und Volk fand ich auch nen bisschen albern. Aber weder Staatsanwalt noch Verteidiger machten einen mediengeilen Eindruck. Eine etwaige Inszenierung dürfte auch nicht im Interesse des Angeklagten sein.

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