Obama, Obama über alles – oder: Die Wiederauferstehung Camelots
Thursday, 24.July 2008 um 15:28 Uhr | Breaking News, Deutschland, Europa, Medien, Politik, USA
Deutschland im Obama-Fieber! Sicher ist, dass dem Senator aus dem US-Bundesstaat Illinois und designierte Präsidentschaftskandidat der Demokraten eine in Erwartung gespannte deutsche Aufmerksamkeit, ja euphorische Sympathie (nicht notwendigerweise auch von allen Politikern) entgegengebracht wird, die bisher nur wenige Staatsleute geniessen durften. Noch vor seiner offiziellen Nominierung als Präsidentschaftskandidat wird seine für heute Abend geplante Rede vor der Siegessäule bereits mit den berühmt gewordenen Reden dreier US-Präsidenten in eine Reihe gestellt, ohne dass bereits auch nur ein Wort durchgesickert wäre, dass ähnliches Gewicht erhalten könnte wie “Ich bin ein Berliner!” “Mr. Gorbatchev, tear down this wall!” oder “Amerika steht an Ihrer Seite, jetzt und für immer!”.
Rede John F. Kennedys via Youtube | im Wortlaut via US-Botschaft
Auschnitt “Tear down this Wall”Rede Ronald Reagans via Youtube | Vollständige Rede (I, II, III) via Youtube | im Wortlaut via US-Botschaft
“Amerika steht an ihrer Seite”-Rede Bill Clintons im Jahre 1994 via US-Botschaft
Ob es denn dann überhaupt eine ähnlich positive Rede werden wird, bleibt abzuwarten. Denn das der Ort der einzigen öffentlichen Rede Obamas während seiner Europa-Reise ausgerechnet in Deutschland und nicht in Großbritannien oder Frankreich stattfindet, läßt politische Auguren nichts Gutes ahnen: Neben der üblichen “Deutschland mutig und geeint auferstanden aus den Ruinen der Teilung nach dem Kalten Krieg”-Rhetorik wird Obama von Europa und ganz besonders von Deutschland mehr Beteiligung im Kampf gegen den Terror und zukünftigen, uns noch unbekannten globalen Krisen abverlangen. Frag´ nicht, was der große Bruder USA für dich tun kann, sondern frag´ was du dem großen Bruder Gutes tun kannst, könnte es frei nach JFK heißen.
Da passt es gut, dass sich der dunkelhäutige, charismatische Amerikaner mit keniatischen und angeblich sogar deutschen Wurzeln sich zu Beginn seiner Wahlkampagne genau den Redenschreiber (Neudeutsch: Speechwriter) ins Boot geholt hat, der US-Präsident Kennedy inzwischen geflügelte Worte wie “Ask not what your country can do for you, but what you can do for your country.” in den Mund legte.
Theodore Sorenson, im Alter von 24 Jahren als “intellektuelle Blutbank” in den Stab eines damals frischgewählten US-Senators John F. Kennedy geholt, hatte einen erheblichen Anteil am Einzug JFKs ins Weiße Haus und soll dies nun nocheinmal wuchten und die Wiederauferstehung “Camelots” in der Person Obamas bewerkstelligen: Fasst 80 Jahre alt und blind hat er die jungen Speechwriter des Kandidaten unter seine Fittiche genommen und unterweist sie nun in die Kunst des geschliffenen Wortes, die Obamas Reden bislang bereits erheblich auszeichneten. Nicht ohne Stolz nimmt Sorenson denn auch für sich in Anspruch, den ständigen Vergleich Obamas mit dem Kennedy-Spross praktisch mitverursacht zu haben. [ABCNews.com]



24.July 2008 um 19:12 Uhr
Barack Obama spricht…
Der Countdown zur “Berliner Rede” des designierten US-Präsidentschaftskandidaten der Demokraten, Barack Obama läuft und der mediale Ausnahmezustand ist nahezu perfekt: Was wird der neue Hoffnungsträger der US-Politik sagen? W…
21.August 2008 um 17:14 Uhr
Wenn dir die Wahl egal ist, wieso machste dann nen Aggregator mit News zur Wahl auf?