Obama/Biden: “Ebony & Ivory” für die US-Präsidentschaftswahlen
Saturday, 23.August 2008 um 11:13 Uhr | Breaking News, Medien, Politik, USA
Ob der Paul McCartney/Stevie Wonder-Klassiker bei der kommenden Convention der Demokraten gespielt wird, wenn der politische US-Hoffnungsträger Barack Obama mit seinem frisch erwählten Running Mate Joe Biden zum Fototermin antritt, ist wohl eher unwahrscheinlich. Jedenfalls geht mit der Entscheidung ein Versteckspiel zuende, dass in den letzten Stunden an Fiebrigkeit kaum zu überbieten war – obwohl der US-Senator aus Delaware und Außenpolitik-Experte schon lange als aussichtsreichster Kandidat galt. Egal, dass dieser der sein Anwesen belagernden Presse ein “Ich bins nicht!” zurief. Egal, dass ein US-Lokalsender eine Papierfabrik gefunden hatte, die angeblich Aufkleber mit den Namen Obamas und des anderen möglichen Namens in der Obama-Shortlist, Evan Bayh gedruckt hatte. Egal, das plötzlich ein ganz unbekannter Name eines Abgeordneten aus dem Wahlkreis Crawford, Texas, dem Wohnsitz des aktuellen US-Präsidenten George W. Bush, aus dem Hut gezaubert wurde.
Schnell war gestern klar geworden, dass die ehemalige Rivalin Hillary Clinton nie als potentielle Vizepräsidentin in Betracht gezogen worden war. Das nun Biden seine frühere Haltung, eine Vizepräsidentschaftskandidatur vollkommen auszuschließen, revidierte, führt nun zu einer Politiker-Paarung, die durch Diversität besticht: Junger Hoffnungsträger und alt-erfahrenes Schlachtross, Aufbruchstimmung und jahrzehntelanges Washington-Insidertum, innenpolitischer Erneuerungswille und außenpolitische Kompetenz, schwarze und weiße Hautfarbe.



