Kiel211: Prozess gegen Bruder ermordeter Studentin ohne Öffentlichkeit fortgesetzt
Monday, 01.September 2008 um 11:31 Uhr | Deutschland, Kiel211, Polizeimeldungen, Rechtsprechung
Die Beweisaufnahme im Verfahren um den Mord an der BWL-Studentin Viktoria W. ist am Montag unter Ausschluß der Öffentlichkeit fortgesetzt worden. Die Kammer gab einem entsprechenden Antrag der Verteidigung statt, gemäß dem Jugendgerichtsgesetz im Interesse des angeklagten Bruders der getöteten jungen Frau die Öffentlichkeit auszuschließen, während der psychologische Sachverständige sein Gutachten zur Entwicklung des bei der Tat 19-jährigen Heranwachsenden erstattet. [Alle bisherigen Einträge zu diesem Fall hier]
In seinem Beschluß machte die Kammer deutlich, dass auch ein erhöhtes öffentliches Interesse an dem Verfahren nach Abwägung gegenüber dem Schutzinteresse des Heranwachsenden zurückzustehen hat, weil sich das Gutachten nur auf die persönliche Entwicklung des Angeklagten und nicht auf den Tatvorwurf beziehe. Hierzu habe sich der Bruder des Opfers – wie vor Gericht – auch gegenüber dem Gutachter nicht eingelassen.
Das Verfahren wird am 4.September mit einer erneuten Befragung zweier Zeugen fortgesetzt, die der Verteidiger des Angeklagten, Hans-Jürgen Liebe, angeregt hatte. Dabei soll unter anderem noch einmal die Geräuschentwicklung innerhalb der Wohnung des Opfers zum Thema gemacht werden. Zwei andere Zeugen hatten im Verfahren ausgesagt, zum mutmaßlichen Tatzeitpunkt verdächtige Geräusche vernommen zu haben.



