News in Shorts: Ungeborenen-Twitter, Jackman moderiert “Oscars”, KiK-Hakenkreuz-Kleiderständer, Wok-WM-Werbung unzulässig
Saturday, 13.December 2008 um 14:24 Uhr | Blogosphäre, Deutschland, Entertainment, HighTech, Hollywood, Internet, Kopfschüttelnd, Krisenherde, Medien, Rechtsprechung, USA, Vermischtes
Kunst-Student verkabelt schwangere Frau und läßt Ungeborenes per Fußtritt twittern
Habe ich dem Faszinosum “Twitter” bisher erfolgreich widerstanden, muss ich zugeben, dass die Erfolgs-Auswüchse die das Zwitscher-Tool so an den Tag legt natürlich Eindruck hinterlassen. Erst recht, wenn nun selbst offenbar Ungeborene twittern – und ich nicht. Corey Menscher, der sich an der New York University mit Studien der Kommunikationskunst befasst, hat in seinem Projekt “Kickbee” seine schwangere Frau verkabelt und läßt Piezo-Sensoren nun jede Bewegung des ungeborenen Kindes erfassen und per Bluetooth an eine Twitter-Schnittstelle senden, die die Bewegungen als Tweet meldet.
“As an expectant father, I am once-removed from the physical knowledge my wife has of our baby and its development. With the Kickbee, I wanted to create a device that would give me a chance to be aware of our baby’s movements. It can also aid in tracking the frequency of fetal movements, which is an important way to monitor the health of the developing child.
The Kickbee is a wearable device made of a stretchable band and embedded electronics and sensors. Piezo sensors are attached directly to the band, and transmit small but detectable voltages when triggered by movement underneath. An Arduino Mini microcontroller transmits the signals to an accompanying Java application wirelessly via Bluetooth. (a SparkFun BlueSMIRF v2 module that communicates serially with a Macbook Pro).” [menscher.com]
Mann jüdischer Abstammung protestiert gegen Hakenkreuz-Kleiderständer beim Discounter KiK
”Ich war wie vor den Kopf gestoßen, als es mir aufgefallen ist”, klagt ein Schleswig-Holsteiner gegenüber der lokalen Zeitung. Der Mann jüdischer Abstammung, der 14 Familienmitglieder in den Nazi-Vernichtungslagern Sachsenhausen und Treblinka verlor, ist tief verletzt, nachdem er in Kleiderständern des Textil-Discounters KiK das Hakenkreuzsymbol erkannte. Das Unternehmen kümmert das wenig: Es handele sich um Winkelständer, mit denen Ware besser präsentiert werden könne, ein Vergleich mit Nazi-Symbolen sei nicht nachvollziehbar. Die Staatsschutzabteilung der Bezirkskriminalinspektion Kiel prüft, ob der Verdacht einer Straftat besteht.
“X-Men”-Star Hugh Jackman moderiert nächste “Oscar”-Verleihung
Hugh Jackman, seines Zeichens aktueller “Sexiest Man Alive”, wird die 81. Academy Awards moderieren. Jackmans Wahl gilt als Sensation, weil mit dem Australier erstmals kein Amerikaner Gastgeber der Hollywood-Huldigungs-Show und kein Comedian mit der Aufgabe betraut wird Jackman bringt jedoch erhebliche Erfahrung als Zeremonienmeister mit, nachdem er bereits mehrfach die “Tony”-Broadway-Awards-Show moderierte. Die “Oscar”-Verleihung am 22. Februar 2009 wird extra für Jackman umgekrempelt, nachdem er Vorbehalte geäußert hatte, den traditionellen humoristischen Anfangs-Monolog zu bestreiten. Stattdessen könnte er sein Schauspiel- und Musical-Talent beweisen.
Eurovision Song Contest: Nun sollen Fach-Jurys die Osteuropa-Punkteschiebereien verhindern
Die Wiedereinführung von Jurys soll im nächsten Jahr für eine gerechtere Stimmgewichtung beim ehemaligen “Grand Prix de la Chanson d´Eurovision” sorgen. Bei der Show in Moskau wird es in jedem teilnehmenden Land eine fünfköpfige Jury “aus dem professionellen Musikumfeld” geben, die zur Hälfte Einfluss auf die Punktevergabe der jeweiligen Nation nehmen wird. Ob damit die osteuropäischen Punkteschiebereien verhindert werden können, bleibt aber ebenso offen, wie die Frage, ob Dieter Bohlen in der Jury sitzen darf.
CNN-Korrespondent im Irak: Von der Front direkt in die Klappse?
Michael Ware ist ein extremer Typ: Mit gebrochener Nase und einem Indiana-Jones-mäßigen Gebaren, berichtet er nun schon seit Jahren aus dem Irak und war dabei oft genug mitten im Kampfgeschehen. Der Job brachte ihn an den Rand des Alkoholismus und hat ihn seelisch erheblich beschädigt: Eine andere Art von Kriegsgefangenschaft, wie ein enthüllendes Interview zeigt.
Raabs Wok-WM-Dauerwerbe-Beschuss unzulässig
ProSieben darf in Stefan Raabs “Wok-WM” und wohl auch in anderen TV-Event-Shows künftig keine Sponsorenwerbung mehr zeigen. Das Verwaltungsgericht Berlin entschied nun, dass der Dauerwerbe-Beschuss bei der Ausstrahlung von „TV Total WOK WM 2006“ und „TV Total WOK WM 2007“ gegen das Schleichwerbungsverbot des Rundfunkstaatsvertrages verstoßen hat. Damit wies das Gericht die Klage des Senders gegen einen Beanstandungs- und Untersagungsbescheid der Medienanstalt Berlin-Brandenburg ab und folgte den teilweise hahnebüchen klingenden Rechtfertigungen des Senders nicht. Man kann nur “Danke!” sagen!



