Freiburg
Vergewaltigung nach Vorbild der “Thriller”-Friedhofs-Szene?
Friday, 02.January 2009 um 14:12 Uhr | Deutschland, Entertainment, Polizeimeldungen
Ein 21-jährige junge Frau verlässt frühmorgens eine Party und nimmt das Angebot eines jungen dunkelhäutigen Mannes an, sie nach Hause zu begleiten. Auf dem Weg nehmen die beiden schließlich eine “vermeintliche Abkürzung” über einen Friedhof. Klingt bekannt? Erinnert doch stark an Michael Jacksons Thriller, oder nicht? Weit gefehlt, denn es folgte keine Tanzeinlage:
Noch auf dem Friedhof der Stadt Freiburg fällt der Mann am Neujahrsmorgen schließlich über die Frau her und vergewaltigt sie. Dem Opfer gelang anschließend die Flucht.
Peter vom Dreibeinblog, selbst Vater, hält es in deutlichen Worten für keine intellektuelle Glanzleistung, “sich von einem völlig fremden, gepiercten, schwarzhäutigen Mann ansprechen” und zu einer “Abkürzung verleiten” zu lassen, die “ausgerechnet über den dunklen Friedhof geht”. Selber Schuld also, oder leben wir nur in einer so zynischen Welt, die es jungen Frauen vernünftigerweise nicht gestattet, sich von dunkelhäutigen, gepiercten Männern begleiten zu lassen? Ich wäre mit solch vorschnellen Wertungen äußerst zurückhaltend.
Update:
Mittlerweile ist ein Tatverdächtiger im Kölner Raum festgenommen worden, nachdem die Freiburger Polizei mit einem Phantombild offenbar erfolgreich nach dem mutmaßlichen Täter fahndete. Zum Tathergang heisst es mittlerweile:
“[Der] Täter hatte die 21- Jährige nach einer Silvesterparty, die auf dem Güterbahnhofsgelände stattfand, in der Rampenstraße angesprochen und sie auf ihrem Heimweg ungefragt begleitet. Auf einer vermeintlichen Abkürzung über den Friedhof fiel er plötzlich über sie her und vergewaltigte sie brutal.” [Badische Zeitung]




04.January 2009 um 18:17 Uhr
Da gebe ich Dir vollkommen Recht! Das ist ja fast wie “sie trug einen Minirock, sie hat es herausgefordert”!
Außerdem wird jungen Mädels immer eingebleut sich nachhause begleiten zu lassen, damit nix passiert!
04.January 2009 um 18:44 Uhr
Update nachgetragen, der den Tathergang inzwischen nur insoweit konkretisiert, als der Täter sie ungefragt begleitete – was das auch immer heissen mag…
Im übrigen kennen wir einfach die näheren Umstände nicht. Ich weiß ja nun inzwischen selbst durch meine Gerichtsreportagen nur zu gut, dass nach der Tat in Zeitungen meist auch nur das halbe Bild eines Sachverhalts wiedergegeben wird, der sich erst während eines Strafverfahrens offenbart (Und manchmal nicht einmal dort.)
Selbst ich bin schon nach ersten Polizeimeldungen der stumpfsinnigen, nicht ganz vorurteilsfreien Verurteilung von Personen erlegen und mußte hinterher erfahren, dass so ein Sachverhalt durchaus Wendungen nehmen kann.