Bislang unbewiesener Vorwurf
Schiri-Bestechung durch den THW Kiel? Serdarusic bestreitet kolportierte Selbstanzeige
Sunday, 01.March 2009 um 22:05 Uhr | Breaking News, Deutschland, Europa, Sport
Dem europäischen, deutschen und schleswig-holsteinischen Handball-Sport droht ein schmutziger Bestechungsskandal, in dem zwei polnische “Champions League”-Schiedsrichter, die beiden rivalisierenden Nord-Clubs SG-Flensburg-Handewitt und der THW Kiel, sowie dessen 2008 entlassener Trainer Zvonomir “Noka” Serdarusic die Hauptrollen spielen.
Nach einem Bericht des “Flensburger Tageblatts”, soll Sedarusic gestanden haben, dass der THW Kiel den Ausgang des “Champions League”-Finales gegen die SG-Flensburg-Handewitt im Jahr 2007 durch die Bestechung zwei polnischer Schiedrichter zu eigenen Gunsten manipuliert habe. Der THW Kiel hatte das Finalrückspiel in der Ostseehalle nach einem 28:28 in Flensburg 29:27 gewonnen. Vor dem Spiel soll es Zahlungen an die Referees gegeben haben. Die deutsche Handball-Liga (HBL) hat für Montagvormittag zu einer Sondersitzung geladen: “Wir nehmen die Sache sehr ernst und wollen schnellstmöglich aufklären”, wird HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann vom Flensburger Tageblatt zitiert.
HBL-Aufsichtsratsmitglied und Beiratsvorsitzender der Rhein-Neckar Löwen, Dieter Matheis, soll in einem Schreiben an THW-Manager Uwe Schwenker den Stein ins Rollen gebracht haben, in dem er „um Aufklärung in dieser Sache gebeten“ habe. Berichte, nach denen Serdarusic eine Selbstanzeige bei der Berliner Staatsanwaltschaft abgegeben haben soll, dementierte der ehemalige Erfolgscoach gegenüber dem sid. Weiterhin steht die Selbstanzeige eines angeblichen Geldboten im Raum.
Youtube-Video der Bitchmagneten
Dies ist umso pikanter, als es vor dem Hintergrund eines eskalierenden Streits zwischen ihm und dem Verein steht, der ihn 2008 nach langjähriger erfolgreicher Tätigkeit wegen Unstimmigkeiten mit Manager Uwe Schwenker vor die Tür setzte. Dieser Konflikt war in den letzten Wochen neu befeuert worden, nachdem Liga-Konkurrent Rhein-Neckar-Löwen Serdarusic als Trainer für die kommende Saison engagiert und mit erheblichen Abwerbeversuchen um THW-Star Nikolas Karabatic gebuhlt hatte. Sedarusic zog sich in der letzten Woche überraschend “aus gesundheitlichen Gründen” von dem Engagement zurück, nachdem es zwischen Rhein-Neckar-Löwen und THW Kiel zu keiner Einigung über einen Karabatic-Wechsel gekommen war. [Flensburger Tageblatt via SpiegelOnline]
Egal, ob falsche Beschuldigung, die sich in Luft auflöst, oder handfester Bestechungsskandal: Das die Sache so oder so stinkt, ist eindeutig. Fragt sich nur von welcher Seite der Kieler Zebra-Sprotte.
Für den Verein, die Spieler und die Fans der SG-Flensburg-Handewitt täte es mir leid: Nach einem manipulierten verlorenen Finale, nun erneut in eine solche schmutzige Affäre hineingezogen zu werden.
THW-Manipulationen seit 2000?
Update 02. März 2009: Der Aufsichtsratsvorsitzende der Handball- Bundesliga (HBL), Manfred Werner, erklärte inzwischen: “Der Vorwurf lautet: Der THW soll seit 2000 internationale Spiele beeinflusst haben”. Partien der Hanball-Bundesliga seien davon angeblich nicht betroffen. Die Vorwürfe seien von HBL-Aufsichtsratsmitglied Dieter Matheis, Beiratsvorsitzender der Rhein-Neckar Löwen, in einem Brief an THW-Manager Uwe Schwenker erhoben worden.
Update 03. März 2009:
Bestechungs-Schmierentheater um THW Kiel wird von “Ehrenwort” gekrönt
Bestechungsaffäre THW Kiel – Was ist Schwenkers Ehrenwort wert?



