Affäre schwelt weiter
Bestechungsaffäre um THW Kiel – Was ist Schwenkers Ehrenwort wert?
Tuesday, 03.March 2009 um 20:16 Uhr | Deutschland, Europa, Kopfschüttelnd, Sport
Die mutmaßliche Bestechungsaffäre um den Handball-Rekordmeister THW Kiel ist alles andere als “vom Tisch”, wie es noch gestern nach der ersten HBL-Krisensitzung geheissen hatte. Der Aufsichtsratsvorsitzende des Liga-Verbands, Manfred Werner, erklärte nach der heutigen zweiten Sitzung: “Wir haben den gesamten Themenkomplex ausführlich diskutiert. Der Aufsichtsrat sieht weiteren Informationsbedarf”.
Dabei gibt es noch immer keine handfesten Indizien, die THW-Manager Uwe Schwenkers Dementis und sein gestriges “sportliches Ehrenwort” barschel-mäßig Lügen strafen würden. Noch immer sind es nur unbelegte Vorwürfe, die dem THW Kiel anlasten, seit dem Jahr 2000 Europapokal-Spiele, wie das 2007 gewonnene Finale in der Champions League gegen die SG Flensburg-Handewitt, durch Bestechungen manipuliert zu haben. [shz.de]
In einer auf der THW-Homepage veröffentlichten Pressemitteilung heisst es dazu:
Der THW Kiel weist nochmals die gegen ihn und seinen Geschäftsführer Uwe Schwenker erhobenen Manipulationsvorwürfe mit aller Deutlichkeit zurück. Spielmanipulationen seitens des THW Kiel hat es zu keiner Zeit gegeben, auch nicht im Zusammenhang mit dem Champions-League-Finale gegen Flensburg 2007.
Dies hat nicht nur Uwe Schwenker bereits ausdrücklich klargestellt, sondern haben auch die beiden Schiedsrichter Baum/Goralczyk öffentlich mitgeteilt. Noka Serdarusic hat dem THW Kiel am heutigen Tage ebenfalls bestätigt, dass er weder an derartigen Manipulationen beteiligt war noch irgendjemanden vom THW Kiel beschuldigt hat, so etwas getan zu haben. Er hat auch keine Selbstanzeige gemacht.
Nachdem in dem Gespräch mit der HBL am 02.03.2009 Herr Matheis von den Rhein-Neckar-Löwen erklärt hat, dass die von ihm aufgeworfenen Fragen zu seiner Zufriedenheit beantwortet seien und sein Schreiben damit erledigt sei, stehen keinerlei Vorwürfe gegen den THW Kiel mehr im Raum. Das hat der Präsident der HBL auch nach der Sitzung am 02.03.2009 unter Hinweis darauf bestätigt, dass keine belastbaren Tatsachen erkennbar seien, die die Vorwürfe stützen könnten.
Ergänzend teilt Dr. Wegner in seiner Eigenschaft als Gesellschafter der THW Kiel Handball-Bundesliga GmbH & Co. KG mit, dass ihm keinerlei Nachweise oder auch nur nachprüfbare Anhaltspunkte für die behaupteten Manipulationen vorliegen.
Die erhobenen Vorwürfe werden als unhaltbar und unverantwortlich zurückgewiesen. Die auch nach dieser Klarstellung bleibende Rufschädigung des THW, seiner Repräsentanten, der namentlich genannten Schiedsrichter und des gesamten Handballs in Deutschland wären vermeidbar gewesen, wenn vor Weitergabe an die Presse zunächst dem THW Kiel Gelegenheit zur Stellungnahme gegeben worden wäre.
Der THW Kiel behält sich rechtliche Schritte vor.
THW KIEL Handball-Bundesliga GmbH & Co. KG
gez. Uwe Schwenker
- Geschäftsführer -gez. Dr. Georg Wegner
- Gesellschafter -
Das dennoch weiter lodernde Feuer wird nun aber vom – ausgerechnet – dänischen Hauptsponsor des Kieler Bundesliga-Konkurrenten Rhein-Neckar Löwen, der dänischen Kasi-Group, neu entfacht. Kasi-Geschäftsführer und Löwen-Mitgesellschafter Jesper Nielsen erklärte einem dänischen Sender: “Wir wissen, dass es rund um die Champions-League-Spiele des THW Kiel Unregelmäßigkeiten gegeben hat.” Dieses Wissen basiere auf Aussagen von “Schlüsselpersonen innerhalb des THW Kiel und aus dessen Umfeld”. Er deutete an, dass in der nächsten Zeit noch mehr Details an die Oberfläche kämen, die die bisherigen Behauptungen unterstützten [shz.de | wellenord.de]



