Verantwortliche machen in Schadensbegrenzung
Kiel211: Verdacht erhärtet? THW Kiel lässt Manager Schwenker fallen
Tuesday, 07.April 2009 um 10:37 Uhr | Breaking News, Deutschland, Europa, Kiel211, Polizeimeldungen, Sport
Die gegen den Manager des THW Kiel, Uwe Schwenker und Ex-Trainer Noka Serdarusic erhobenen Vorwürfe der Beteiligung an schwerer Untreue zum Nachteil des Handball-Bundesligisten haben sich offenbar so erhärtet, dass die Vereinsführung nach Einsichtnahme der Ermittlungsakten über eine Beurlaubung/Entlassung des Erstgenannten beschlossen hat. Das melden übereinstimmend “Kieler Nachrichten”, “Lübecker Nachrichten” und NDR. Damit steuert die Affäre über angebliche Manipulationen von Spielen der Handball Champions League durch Schiedsrichterbestechungen in fünf bis sechsstelliger Höhe auf einen neuen traurigen Höhepunkt zu.
Auf einer Pressekonferenz soll heute das Ergebnis der Beratungen von THW-Gesellschaftern und dem Beirat bekanntgegeben werden. Diese hatten am Montag in zwei Sitzungen über die Schlussfolgerungen aus den bisherigen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Kiel diskutiert. Noch immer ist ungeklärt, wofür die festgestellten Bargeldabhebungen von Konten des Vereins verwendet wurden. Schwenker brachte mit Hinweis auf den Rat seiner Anwälte auch am Montag kein Licht ins Dunkel. Daher sieht der Verein nunmehr Handlungsbedarf. Da man keine Antworten erhalte, müßten Konsequenzen ergriffen werden, heißt es aus Gesellschafterkreisen. Auch der Beirat will endlich Klarheit, nachdem die Affäre bereits zu Auseinandersetzungen zwischen Beirat und Gesellschaftern geführt hatte. Den Gesellschaftern waren aus dem Beirat „Unregelmäßigkeiten in der Buchführung“ der THW Kiel Handball-Bundesliga GmbH & Co.KG vorgeworfen und verlangt worden, Uwe Schwenker einen kaufmännischer Leiter zur Seite zu stellen. [KN-Online | KN-Online | LN-Online | NDR]
Staatsanwaltschaft über Anfangsverdacht hinaus
Die Staatsanwaltschaft Kiel hatte dem THW Kiel und dem Verteidiger Schwenkers in der letzten Woche rund 1000 Seiten an Akten zur Einsichtnahme überlassen und bestätigt, dass man im Ermittlungsverfahren nunmehr über einen bloßen Anfangsverdacht hinaus sei. Inzwischen haben sich die Ermittlungen bis nach Kroatien und den osteuropäischen Raum ausgeweitet. [SpiegelOnline]
Schwenker erneut schwer belastet
Zuvor hatten weitere Zeugen Schwenker schwer belastet und damit Aussagen bestätigt, der THW-Manager habe während einer Party des Präsidenten des HSV Hamburg, Andreas Rudolph, im Juli 2007 nach dem “Genuss von reichlich Alkohol” mehrfach damit geprahlt, dass der THW insgesamt 120.000 Euro an Schiedsrichter gezahlt habe, um den Champions-League-Sieg auch tatsächlich zu gewährleisten. Rudolph selbst soll gegenüber der Staatsanwaltschaft ausgesagt haben:
“Im Juli 2007 habe ich mit Schwenker in meinem Haus auf Mallorca zusammengesessen. Dort hat mir Schwenker gesagt: Andreas, ich habe lange gebraucht, um zu begreifen, dass man die Champions League nur mit Schiedsrichter-Bestechung gewinnt” [SpiegelOnline | SpiegelOnline]
Nach Uwe Barschel könnte in Kiel nun auch Uwe Schwenker über ein Ehrenwort stolpern.


