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Friedensnobelpreisträgerin vor neuem Prozess im Insein-Gefängnis

Blog4Burma: Falsches Spiel mit Aung San Suu Kyi?

Die Tatsache, dass ich hier seit November 2008 erstmals wieder einen Blog4Burma-Artikel veröffentliche, muss Anlaß zur Sorge geben.

Die von der birmesischen Junta seit mehr als 12 Jahren unter Hausarrest gefangen gehaltene Oppositionspolitikerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi ist am heutigen Donnerstag aus ihrem Hausarrest heraus ins berüchtige Insein-Gefängnis verbracht worden, um sich dort vor einem Sondertribunal wegen Bruchs ihres Hausarrestes, Schutz eines Kriminellen und Störung der Stabilität des Staates zu verantworten. Dies ist mit einer Gefängnisstrafe von 3 bis 5 Jahren belegt. Mit ihr sind ihre beiden Hausangestellten, ihr Leibarzt sowie ein amerikanischer Staatsbürger angeklagt, der Anfang Mai in das Haus der Oppositionsführerin eingedrungen war, nachdem er mutmaßlich rund zwei Kilometer durch den angrenzenden Inya See geschwommen kam, um sich an den Militärwachen vorbei zu stehlen.

Die Umstände, unter denen der US-Bürger und Ex-Soldat John William Yettaw das vom Militär bewachte Anwesen heimlich erreichte, klingen bizarr. Er sei in der Nacht des 3. Mai durch den Inya-See geschwommen, habe sich zwei Nächte im Haus der Friedensnobelpreisträgerin – angeblich gegen ihren Willen – aufgehalten und sich schließlich auf den gleichen Weg zurück machen wollen, als er noch auf dem Rückweg schwimmend verhaftet werden konnte. Der Grund für den “Besuch” bleibe weiterhin unklar. Angeblich soll Yettaw bereits vom 7. November bis 3. Dezember 2008 in dem Anwesen gewesen sein. Kurz danach habe Suu Kyi ihren Leibarzt bei einem Hausbesuch gebeten, die Behörden über den Eindringling zu informieren. Es geschah jedoch nichts. Während die Junta diesen nun dankbar als ausländischen Agenten brandmarken kann, soll es sich bei dem Mann um einen geistig-gestörten Menschen handeln. Er habe bei seiner Verhaftung einen leeren 5l-Kanister, seinen Pass, zwei 100 Dollar-Scheine, eine Kamera und eine Taschenlampe dabei gehabt und den Behörden gestanden, den Weg zum Haus der Frau über Google Earth ausgekundschaftet zu haben.

Birmesen ist es untersagt, ohne vorherige Genehmigung Übernachtungsbesuch außerhalb der Familie aufzunehmen, Ausländer dürfe überhaupt kein Unterschlupf gewährt werden. Suu Kyi ist es unter den Regeln ihres Hausarrests verboten, mit ausländischen Botschaften, politischen Parteien und Personen zu kommunizieren, darf das Haus nicht verlassen und auch sonst nicht mit anderen Personen schriftlich, telefonisch oder über sonstige technische Einrichtungen Kontakt aufnehmen. Es wird spekuliert, dass die Aktion von der Militäriktatur inszeniert sei, um die Oppositionsführerin auch weiterhin gefangen halten zu können. In den letzten Wochen hatte es Hoffnungen gegeben, sie könne bald freigelassen werden.

Der Prozess wurde bis zum 18. Mai unterbrochen, Aung San Suu Kyi wird bis dahin in einer besonders gesicherten Zelle untergebracht. [Mizzima NewsIrrawaddy.org | Irrawaddy.org | Irrawaddy.org]

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One Response to “ Blog4Burma: Falsches Spiel mit Aung San Suu Kyi? ”

  1. # 1 adaequat » B4B: Yettaw freigelassen / solch eine Farce! Says:

    [...] Breaking News HQ (Deutsch) [...]

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