Schmutzige Deals contra Patienten und Klinikum
Kiel211: Skandal um Behandlung von Saudis führt zu Anklage gegen ehemaligen UKSH-Mitarbeiter
Friday, 12.June 2009 um 15:44 Uhr | Kiel211, Polizeimeldungen, Rechtsprechung
Kiel211 macht einen erneuten Schlenker in das Wirtschaftsstrafrecht und wird sich in nächster Zukunft auch mit einer Anklage zur Großen Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Kiel gegen den ehemaligen Leiter des International Departments des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) und einen Patientenvermittler beschäftigen. Sie hatten im Jahre 2007 in einer Zeit die Aufmerksamkeit der Ermittlungsbehörden auf sich gezogen, als deutsche Medien über angebliche illegale Organtransplantationen an saudi-arabische Patienten und eine möglicherweise unseriöse Praxis der Aquirierung und Behandlung finanzkräftiger ausländischer Patienten berichteten.
Nach Informationen des Kieler Oberstaatsanwaltes Uwe Wick werden dem UKSH-Mitarbeiter neun Fälle der Bestechlichkeit in besonders schwerem Fall, vierundvierzig Fälle der Vorteilsannahme sowie sechsundfünfzig Fälle des Betruges in besonders schwerem Fall, dem Patientenvermittler vierundvierzig Fälle der Vorteilsgewährung sowie dreifacher Titelmissbrauch vorgeworfen.
Der damalige Leiter des International Departments des UKSH soll danach mehrfach “bewusst überhöhte Rechnungen an arabische Botschaften für Behandlungen arabischer Patienten im UKSH verfügt haben, so dass diesen ein Gesamtschaden im sechsstelligen Bereich entstanden sein soll”. Anschließend habe er in seiner Funktion als UKSH-Verantwortlicher und ausgehend von diesen Rechnungen, Provisionszahlungen in sechstelliger Höhe an eine GbR bewirkt, für die er als sog. faktischer Geschäftsführer tätig und deren Gesellschafter u. a. der angeschuldigte Patientenvermittler war. Dem UKSH gegenüber soll der Mitarbeiter diese Tätigkeit verschwiegen haben. [BREAKING-NEWS.DE]



