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Die ultimative Antwort auf die Mutter aller Stöckchen-Fragen

Frisch apportiertes Stöckchen: “Was ist Social Media für Dich?”

Es sei Daniela ganz besonders für dieses Stöckchen, “passend zur Weihnachtszeit mit einem zwischenmenschlichen Anstrich” gedankt, das mich mal wieder dazu zwingt, zu bloggen – d.h. abseits von der Prozessberichterstattung einfach nur mal was vor mich hin zu schreiben, ohne es von seitenlangen handschriftlichen Notizen zu übertragen und stunden-, tage-, wochenlang zu redigieren!!! ;-)

[Für alle meine Leser von abseits des Web2.0-Universums: Der Begriff "Stöckchen" wird von Stefan Waidele sehr gut erklärt!]

Und der Dank für dieses Stöckchen ist schonmal ein erstes Statement zu “Social Media”, die in all ihren Formen “Web2.0, bloggen, twittern” in aller Munde ist und einem immer öfter um die Ohren gehauen wird, so dass sich nicht nur Unternehmen, sondern auch Privatmenschen fragen: Warum? Wieso? Weshalb?

Ich antworte: Weil wir es können! Weil wir es mögen und lieben! Weil wir diejenigen, die Social Media an uns bindet mögen und in manch besonderen Fällen sogar lieb gewonnen haben! Weil wir nach Information und Wissen streben, nach Zerstreuung, nach Aufmerksamkeit, nach Bestätigung und nach Bedeutsamkeit, nach Relevanz in der Beliebigkeit - nach einem Stück Treibholz in der Flut von Information, Wissen, Zerstreuung, Aufmerksamkeit, Bestätigung, Bedeutsamkeit und Relevanz, das ein stückweit trägt. Uns, die wir manchmal ein bisschen verschollen sind in einem sich vor uns auftuenden undendlichen Ozean namens Internet. “Vernetzung” klingt irgendwie technisch und das ist “Social Media” ja gerade nicht – denn es zeichnet sich durch eine persönliche, menschlich-emotionale Selbstbindung an andere, oftmals zunächst unbekannte Menschen aus. 

    

Was bedeutet “Social Media” für Dich persönlich?

Abgesehen vor dem zuvor geschriebenen, taste ich mich an diese Frage mal mit typischem Juristen-Deutsch heran: Es kommt darauf an! Gemessen an dem heutigen Social-Media-Begriff bin ich wahrscheinlich einer der unsocialist-igsten unter den Social Media Usern und habe mich früher bei solchen Fragen auch gern als quasi-autistisch bezeichnet. Egal, wie leicht man es mir macht –  und gerade meine Twitter-Follower haben es mir unendlich leicht gemacht – leide ich noch immer an einer gewissen eremitären, social-media-len Inkompetenz.

 

Facebook, StudiVZ und Co.

Nicht nur deshalb habe ich mich stets einer aktiven Teilnahme auf dererlei Plattformen enthalten (Einen brachliegenden Reinguck-Probeaccount ausgenommen). Auch wenn ich durchaus über gewisse Multitasking-Fähigkeiten verfüge, teile ich meine Aufmerksamkeit nicht gern auf verschiedene Ebenen, die Beschäftigung mit der einen ist unweigerlich mit der Vernachlässigung der anderen verbunden. Abgesehen davon, dass ich für zusätzliche Aufmerksamkeitsbaustellen einfach nicht die Zeit habe, widerspricht es einfach meiner Natur, den Exhibitionismus zu leisten, der einem auf diesen Plattformen abverlangt wird. Gewisse straf-prozessuale Einblicke in so manches telekommunikative Geschäftsfeld haben ihr übriges zu diesem Vorurteil getan.

    

Twitter

Twitter und damit all meine lieben Follower habe ich mir dagegen “ganz bewußt gegönnt”, könnte man sagen. Ich habe einige Zeit ein paar ausgesuchte User rein lesend verfolgt, bis ich dann Anfang Mai 2009 schließlich den “Verlockungen der Möglichkeiten” erlag, die Twitter grade im Nachrichtenbereich bot, wie dem Charme der Ungezwungenheit und Kürze, Gedanken in die Runde zu werfen, die ich mich selbst aus Bequemlichkeit dann doch nicht zu bloggen genötigt kriegen würde. Desperado vom Stattaller-Team sei es gedankt, dass ich quasi in Sekundenbruchteilen meiner ersten Tweetereien sofort die ersten zehn, zudem höchst illustre, Follower hatte. Dennoch oder grade deswegen habe auch ich anfänglich gezweifelt, ob ich genug Ego/Personality würde zusammenkratzen können, um dann und wann halbwegs lesenswerte Twitterlichkeiten abzusondern. Heute kann ich feststellen, dass mein Twitter-Status “auf Bewährung” wohl so nicht mehr zutrifft: Für mich hat es sich bewährt - In all den verschickten und empfangenen Tweets, Mentions und DMs, den daraus folgenden Mails, einem Podcast und ganz besonders in all den Begegnungen mit so liebenswürdigen Menschen, die auf ihre Weise täglich und unvergleichlich horizonterweiternd, unterhaltend, mitfühlend und manchesmal unglaublich praktisch wirken.

   

Blog

In wenigen Tagen, konkret am 27.Dezember, feiert dieses Blog den dritten Geburtstag.  Hatte ich unter der Domain Breaking-News.de schon einige Jahre eine einfache Homepage unterhalten, befand es an der Zeit, mich auch mal und rein zum Zeitvertreib in dem Web2.0 zu suhlen: Passend zur Domain ein bisschen “News, hier und da gewürzt mit Gedanken eines begeisterten Nachrichten-Konsumenten und Mitglied der “Generation Drudge”.” Viele interessante Themen sind hier schon behandelt worden und ich bedauere, dass ich dies im Moment nicht annähernd so fortsetzen kann, weil es ungleich spannender aber eben auch arbeitsintensiver ist, mit der Kiel211.de-Rubrik tatsächlich vom Geschehen vor Ort berichtzuerstatten. Dabei habe ich auch dieses Blog von Beginn an gar nicht als “Sozialmedium” oder egomanisches Selbstbeweihräucherungsmittel verstanden: Eine persönliche Tagebücherei war hier niemals vorgesehen, vielmehr war die Bastelei an der Karosse um die Wordpress-Engine meine, zum Teil durchaus gleichsam meditative “neu-mediale Töpferarbeit”.

   

All den anderen, sicher unglaublich nutzbringenden Erungenschaften des “Social Media”-Zeitalters habe ich bislang erfolgreich mal mehr, mal weniger widerstanden. Es muss auch nicht immer eine Web2.0-Errungenschaft sein, die das Medium Internet mit dem Prädikat “Social” versieht. Manchmal reicht ein kollektiver Aufschrei der Empörung, manchmal nur einen Mail-Account und eine Gruppe Gleichgesinnter mit dem Interesse an dem gleichen Thema.

   

Was also ist “Social Media” für mich? Sicher nicht die Welt, des Rätsels Lösung oder der Weisheit letzter Schluss – aber dennoch gut es zu haben, wenn man es zu zähmen vermag. “Social Media”, das sind Danielas Gedanken ebenso, wie AnnaGrassis “wirtschaftswissenschaftlicher Selbstversuch einer personifizierten Selbstvermarktungsmaschinerie ihrer Online Persona” - die Menschen also, die “Social Media” verbindet und das Medium Internet erst zu dem “Kuschelweb” machen, das wir alle so mögen.

Jedem Leser sei dieses Stöckchen artig vor die Füße gelegt!

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Verfasser: BreakingNews
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6 Responses to “ Frisch apportiertes Stöckchen: “Was ist Social Media für Dich?” ”

  1. # 1 AnnaGrassi Says:

    WAS für eine schreibe! habe das gefühl, in jedem einzelnen deiner sätze von intelligenz, gekleidet in formschöne und schwerelose worte erschlagen zu werden.
    du kleiner wortakrobat :) gefällt mir sehr, sehr gut!

  2. # 2 BreakingNews Says:

    “Habe das gefühl, in jedem einzelnen deiner sätze von intelligenz, gekleidet in formschöne und schwerelose worte erschlagen zu werden” – Eines der wohl bislang schönsten Komplimente, die ich für meine “Schreibe” bekommen habe… Vielen lieben Dank!!! ;-)

    Im tiefsten meines Herzens bin ich ein Poet… Mein Schicksal ist es, solch Wortgewandtheit nur bei solchen Themen aufblitzen lassen zu können *seufz* *ggg*

  3. # 3 Thoddy Says:

    Sehr treffend geschrieben. Twitter gehört auch zu meinen Favoriten. Einfach lockeres Web2.0geplauder über Sinnloses und Wertvolles. Letztlich die Gewissheit, dass man sogar bettlägrig und im hohen Alter noch aktiv am Leben teilnehmen könnte. Vielleicht gibt es dann ja auch die nette Pflegerin als Download ;o)

  4. # 4 BreakingNews Says:

    @Thoddy Und wenn Du Pech hast, ist der Download ein Trojaner und aus der netten Pflegerin wird nen Zivi-Flegel… *fg*

  5. # 5 ExilKieler Says:

    Eine wunderbare Einleitung für das Stöckchen zu diesem ganzen Thema, der ich nichts hinzuzufügen habe, außer, das sie ja so wahr ist. Klasse Stöckchen, klasse beantwortet.
    Lass den Poeten ruhig öfter raus.
    LG,
    Stefan

  6. # 6 Daniela Says:

    Jetzt habe ich endlich mal Zeit zu gucken und dann werde ich von solch einer Wortgewalt … nicht erschlagen … eher beeindruckt.
    Hach, ja, genauso habe ich mir das auch gedacht und ich freue mich, dass andere das genauso sehen. “same same but different”, heißt es in vielen Ländern Asiens auf den Märkten beim fröhlichen Handeln.

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