Kein Lebenszeichen
Trotz Sonar-Einsatz: Tim Irmer bleibt den siebzehnten Tag verschwunden
Wednesday, 09.June 2010 um 23:18 Uhr | Kiel211, Polizeimeldungen, Unglücke/Unfälle
Von dem am Pfingstwochenende verschwundenen Tim Irmer aus Dänischenhagen fehlt auch am siebzehnten Tag jegliches Lebenszeichen. Die Polizei konzentriert ihre Suchmaßnahmen nunmehr auf die Kieler Förde, nachdem bereits Ende Mai der Fund eines Sportschuhs des Vermissten im Kühlwasseransaugtrakt des Kieler Gemeinschaftkraftwerks auf einen möglichen wasserseitigen Verbleib hindeutete.
Am vergangenen Sonntag, Montag und diesen Mittwoch habe die Kriminalpolizei Kiel zusammen mit dem Technischen Hilfswerk Eckernförde, DLRG-Tauchern aus Rendsburg, Tauchern der Freiwilligen Feuerwehr Eckernförde und des ASB Kiel sowie dem Löschzug-Gefahrgut aus dem Kreis Rendsburg-Eckernförde die Suche ohne Ergebnis fortgesetzt, erklärte der Sprecher der Polizei, Jürgen Börner. Dank des ehrenamtlichen Engagements der Hilfskräfte war es kurzfristig möglich geworden, im Bereich der Hörn und dem Germaniahafen, sowie an der Mündung der Schwentine und im Bereich des Gemeinschaftskraftwerkes eine erneute Aktion durchzuführen. Dabei sei durch den THW Eckernförde und einen Mitarbeiter der Vertriebsfirma erstmals ein neues Sonargerät zur Unterwassersuche eingesetzt worden. Doch auch die technische Hilfe brachte nicht den erhofften Erfolg.
Am vergangenen Freitag hatte die Polizeidirektion vermeldet, dass Mitarbeiter des Kieler Gemeinschaftskraftwerks bereits am 28. Mai 2010 einen Schuh des Schülers aus einem Kühlwasseransaugschacht des Kieler Gemeinschaftskraftwerks gefischt hatten. Der von Tim Irmer am Tag seines Verschwindens getragene weiße Nike-Sportschuh mit zwei blauen Streifen und einem roten Logo war durch das Ansaugen von Kühlwasser aus der Kieler Förde an einem Schutzgitter hängen geblieben und von dort durch automatisch arbeitende Rechen aufgenommen worden. Auf einem Förderband war das Treibgut anhand der Suchaufrufe von einem Mitarbeiter erkannt worden, der dann die Polizei benachrichtigte. Dies war auch der Grund gewesen, warum am vergangenen Samstag Taucher und Leichensuchhunde einen Teil der Kieler Förde in unmittelbarer Nähe des Kraftwerks abgesucht hatten. Dabei wurde auch die Umgebung des nicht im Betrieb befindlichen Ansaugstutzens abgesucht, ohne aber weitere Kleidungsstücke oder Hinweise zu finden.
Zuvor hatte die Polizei folgende Erklärung der Familie Irmer verbreiten lassen, in der die Angehörigen ihrer auch weiter keimenden Hoffnung Ausdruck gaben:
”Es ist uns ein Bedürfnis, uns bei allen zu bedanken, die sich so engagiert in die Suche nach Tim eingebracht haben. Es tut uns sehr gut, diese Unterstützung und dieses Mitgefühl zu erleben. Auch der Polizei danken wir für Ihren großen Einsatz, um unseren Sohn zu finden. Tim ist noch nicht wieder bei uns und wir haben noch Hoffnung. Alle Bemühungen, Tim zu finden, nehmen wir dankbar an.”
Trotz 60 Hinweisen, die die Kriminalpolizei bearbeitet, blieben die bisher zweichwöchigen Ermittlungen wie Suchmaßnahmen mit Beamten, Spür- und Leichensuchhunden sowie einem Hubschrauber ohne Ergebnis, die Wahrscheinlichkeit wird immer geringer, den 1,75m großen, sportlichen jungen Mann mit blonden Haaren lebend zu finden, der in der Nacht vom 21. auf den 22. Mai 2010 im Anschluß an eine Abi-Party in der “Halle 400″ das Gelände verließ, wahrscheinlich in der Nähe des Hauptbahnhofs den Nachtbus der Linie 705 bestieg, um diesen kurz vor Heikendorf an der Haltestelle Kitzeberg zu verlassen und danach mehr oder weniger spurlos zu verschwinden. Zu diesem Zeitpunkt trug Tim Irmer ein hellgrünes T-Shirt, blaue Jeans, weiße Nike-Turnschuhe mit zwei blauen Streifen und einem roten Nike-Logo sowie einen dunkelgrauen Kapuzenpullover mit schwarzen Streifen.
Im Veranstaltungszentrum an der Kieler Hörn sollte der “Abi deluxe Showdown” der 12 großen Gymnasien aus Kiel und der Umgebung steigen. Am Rande der Party geriet der Schüler zwar offenbar mit einer Gruppe junger Männer in Streit, diesen wurden aber schnell als Verdächtige ausgeschlossen. Inwieweit eine Alkoholisierung des Schülers möglicherweise dazu führte, dass er versehentlich in die entgegengesetzte Richtung seines Heimweges fuhr, oder er gezielt den Nachtbus nutzte, blieb bislang unklar.
Unterdessen sucht die Kieler Polizei nach einem zweiten vermissten Gymnasiasten, dem 19-jährigen Matthias Groth aus Kiel-Pries. Obgleich auch Matthias Groth das selbe Gymnasium besucht, wie der verschwundene Tim Irmer, hat die Polizei bislang keine Erkenntnisse, ob ein Zusammenhang zwischen den beiden Vermisstenfällen besteht.



09.June 2010 um 23:19 Uhr
[...] den Suchmaßnahmen für den vermissten 18-jährigen Tim Irmer aus Dänischenhagen, ist die Kieler Polizei nunmehr auch mit dem Vermisstenfall Matthias Groth [...]