"Klärungsbedarf" mit verstecktem Küchenmesser?
Kiel211: Prozess um Mord an mutmaßlichem Nebenbuhler im Knooper Weg
Monday, 06.September 2010 um 11:54 Uhr | Kiel211, Polizeimeldungen, Rechtsprechung
Es ist der Abend des 28. März 2010 als ein stark blutender Mann aus der Wohnung seiner Lebensgefährtin am Knooper Weg flieht und durch mindestens zwei Messerstiche lebensgefährlich verletzt in der Nähe einer Bushaltestelle zusammenbricht. Trotz schneller intensivmedizinischer Versorgung erliegt er am folgenden Morgen den mutmaßlich todesursächlichen Stichverletzungen. Den Täter kann ein Spezialeinsatzkommando widerstandslos in der Wohnung festnehmen. Es handelt sich um den 53-jährigen Ehemann der Lebensgefährtin des Opfers.
Am Mittwoch, dem 8. September 2010 beginnt nun vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Kiel der Prozess gegen den inzwischen 54-jährigen Mann, die Anklage lautet auf Mord. Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft habe er den Lebensgefährten seiner von ihm getrennt lebenden 38 Jahre alten Ehefrau in deren Wohnung durch zwei Stiche eines zuvor verborgen gehaltenen Küchenmessers mit 20cm Klingenlänge tödlich verletzt. Er habe seine Frau Tage zuvor um ein Gespräch im Beisein ihres neuen Lebensgefährten gebeten, da “Klärungsbedarf” bestanden habe.
Kurz vor der Tat sollen der Angeklagte, die Frau, ihr 5-jähriger Sohn und das spätere Opfer zunächst gemeinsam im Wohnzimmer der Wohnung gesessen haben. Als jedoch die Zeugin und ihr Kind den Raum verliessen, habe der Angeklagte unmittelbar das bis dahin verborgen gehaltene Küchenmesser von 20cm Klingenlänge gezogen und es seinem Opfer “unvermittelt” und in Tötungsabsicht mindestens zwei Mal in den Oberkörper gestossen. Frau und Kind sollen sich währenddessen noch im Flur der Wohnung befunden haben und seien durch die Schreie des schwerst verletzten Mannes alarmiert worden. Der Angeklagte habe seinen Angriff eingestellt, als die Frau deswegen ins Wohnzimmer zurückkehrte.
Dem Lebensgefährten war es im Anschluss trotz der erheblichen Stichverletzungen im Oberkörper gelungen, zusammen mit der Frau und ihrem 5-jährigen Sohn aus der Wohnung auf den Knooper Weg zu flüchten, wo der Mann auf Grund seiner lebensgefährlichen Verletzungen in der Nähe einer Bushaltestelle zusammenbrach. Der Angeklagte hatte sich unterdessen in der Wohnung zurückgezogen, ein alarmiertes Spezialeinsatzkommando nahm den Angeklagten gegen 21.00 Uhr widerstandslos in der Wohnung fest.
Für die Hauptverhandlung sind bislang vier Verhandlungstage bis Ende September 2010 festgesetzt.



01.October 2010 um 07:20 Uhr
[...] wegen Mordes angeklagter 54-jähriger Mann am zweiten Tag der Beweisaufnahme eingeräumt, den neuen, 35-jährigen Lebensgefährten seiner von ihm getrennt lebenden, damals 38 Jahre… zu haben. Jedoch bestritt der polnische Staatsangehörige sowohl den von der Staatsanwaltschaft [...]